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Einreihung von Airbags KN 870895

Der KN-Code 870895 umfasst Sicherheits-Airbags mit Aufblassystem und deren Teile für Kraftfahrzeuge der Positionen 8701 bis 8705. Airbags sind ein kritisches passives Sicherheitselement zum Schutz der Insassen vor Verletzungen bei Kollisionen. Unter diesem Code werden Frontairbags (Fahrer und Beifahrer), Seitenairbags, Vorhangairbags (Kopfschutz), Knieairbags und in Sicherheitsgurte integrierte Airbags eingereiht. Der Code umfasst komplette Airbag-Module mit Gasgenerator, Airbag-Gewebe und Gehäuse sowie einzelne Komponenten. Die Einfuhr von Airbags unterliegt strengen Anforderungen aufgrund des pyrotechnischen Ladungsinhalts. Die Zollsätze sind im TARIC- oder ISZTAR-System zu überprüfen.

Vorschriften und Sicherheitsanforderungen für Airbags

Die Einfuhr von Airbags in die EU unterliegt strengen Sicherheitsvorschriften. Airbags müssen die UNECE-Regelungen zum Insassenschutz bei Frontal- (Nr. 94) und Seitenaufprall (Nr. 95) erfüllen. Gasgeneratoren in Airbags enthalten pyrotechnische Materialien, die als gefährliche Güter der ADR-Klasse 1.4S eingestuft sind, was spezielle Transportverfahren, Verpackung und Dokumentation erfordert. Die EU-Verordnung 2019/2144 schreibt die Ausstattung neuer Fahrzeuge mit Airbags an allen Sitzplätzen vor. Die Einfuhr von Aftermarket-Airbags erfordert besondere Vorsicht – gefälschte oder fehlerhafte Airbags stellen eine direkte Lebensbedrohung dar. Die Zollbehörden kontrollieren Airbag-Importe auf Authentizität und Normkonformität.

Airbag-Markt und Innovationen

Der Airbag-Markt wächst mit der Verschärfung der Fahrzeugsicherheitsanforderungen. Hersteller entwickeln neue Airbag-Typen – Zentralairbags (zwischen den Vordersitzen), Fußgängerschutz-Airbags unter der Motorhaube und externe Airbags zum Schutz der Fahrzeugseite. Führende Hersteller – Autoliv, ZF-TRW, Joyson Safety Systems – dominieren den OEM-Markt. Der Aftermarket für Airbags ist aufgrund der Sicherheitsanforderungen und der Notwendigkeit professioneller Montage begrenzt. Das Problem defekter Takata-Gasgeneratoren, das den größten Rückruf in der Automobilgeschichte verursachte, hat die regulatorische Aufsicht über die Airbag-Qualität verstärkt. Die Einfuhr von Airbags aus nicht autorisierten Quellen birgt erhebliche Risiken und unterliegt verstärkter Zollkontrolle.

Häufig gestellte Fragen

Unterliegt die Airbag-Einfuhr den ADR-Vorschriften?
Ja, Gasgeneratoren in Airbags enthalten pyrotechnische Materialien, die als gefährliche Güter der ADR-Klasse 1.4S eingestuft sind. Der Transport von Airbags erfordert eine geeignete Verpackung, Kennzeichnung und Beförderungsdokumentation. Der Versender muss eine Gefahrgut-Erklärung besitzen. Beim Lufttransport gelten zusätzlich die IATA-DGR-Vorschriften. Die Lagerung von Airbags unterliegt den Vorschriften für die Aufbewahrung pyrotechnischer Materialien im jeweiligen EU-Mitgliedstaat.
Sind Aftermarket-Airbags in der EU legal?
Einfuhr und Verkauf von Aftermarket-Airbags sind in der EU legal, sofern sie Sicherheitsnormen erfüllen und mit dem Sicherheitssystem des Fahrzeugs kompatibel sind. Der Airbag-Einbau sollte von einer qualifizierten Fachwerkstatt durchgeführt werden. Gefälschte Airbags stellen eine Lebensbedrohung dar – sie können bei einem Unfall versagen oder mit übermäßiger Kraft explodieren. Zoll- und Marktüberwachungsbehörden führen Maßnahmen gegen den Import gefälschter Airbags durch.
Wie wird ein Fahrer-Airbag-Modul im Lenkrad eingereiht?
Ein Fahrer-Airbag-Modul wird, auch wenn es in das Lenkrad eingebaut ist, unter KN-Code 870895 als Sicherheits-Airbag mit Aufblassystem eingereiht. Der wesentliche Charakter dieser Komponente ist die Schutzfunktion des Airbags, nicht die Lenkfunktion. Wird ein komplettes Lenkrad mit integriertem Airbag-Modul eingeführt, hängt die Einreihung davon ab, welches Element den wesentlichen Charakter verleiht – in der Regel wird das Lenkrad unter KN 870894 eingereiht.